Moin,
im Zug der Zeit war Ayocraft mehr als nur ein Haltepunkt, eine Überleitstelle oder ein Bahnhof.
Es war ein ganzes Streckennetz – mit Abzweigstellen, Rangierbahnhöfen, Ausweich-/Überleitstellen, Bahnhöfen, Anschlussstellen und unzähligen kleinen Haltepunkten/Haltestellen.
Ein Netzwerk voller Leute, voller Geschichten und voller Menschen, die diesen Server mit Leben gefüllt haben.
Jeder von uns hatte seine eigene Strecke, seinen eigenen Fahrplan und sein ganz persönliches Ziel.
Manche Züge fuhren gemeinsam über lange Zeit, andere begegneten sich nur kurz an einem Grundstück oder in der Hauptstadt.
Doch egal, wie lange unsere Wege sich überschnitten haben:
Jeder hat auf seine Art und Weise Spuren hinterlassen ob nun positiv oder negativ.
Vieles ist in Erinnerungen geblieben, und in Geschichten gelandet.
Wenn ich auf meine 10 jährige Zeit bei Ayocraft zurückblicke, sehe ich nicht einfach nur eine Welt aus Blöcken und ein paar Usern die darin irgendwas craften und bauen.
Ich sehe Bauwerke, Projekte, gemeinsame Abenteuer und vor allem die Menschen dahinter.
Ich erinnere mich an Gespräche im Chat (später auch im ts bzw. Discord), an spontane Ideen, an lange Bau- und Miningabende und an die vielen kleinen Momente, die diesen Minecraft-Server zu etwas Besonderem machen.
Ich kam vor 10 Jahren auf den Server als Teil einer Community u.a. mit Isegrim_92 dessen Server offline ging,
in eine wuselige, wilde neue Welt. Die mich angenommen und aufgenommen hat.
Ich habe viele tolle Menschen kennengelernt (wenn Du Dich angesprochen fühlst, dann nehme es gerne an und grinse den Bildschirm an).
Einige sind gegangen (Von uns gegangen: Ruhe in Frieden birminman) andere sind geblieben und neue hinzugekommen.
Wir bestritten gemeinsam Events oder buddelten uns durch die Miningwelten.
Aus dem einfachen User Bahnsim wurde ein Stammspieler im Wagon des Ayo-Zuges.
Dann der Wechsel in die Lokomotive - der Maschinenraum.
Als Guard und später als Staff-Mitglied war es mir eine Ehre diesen Ort aktiv mitgestalten zu können.
Aus einer virtuellen Welt wurde ein Ort, an dem man gerne Zeit verbracht hat.
Ein Ort, an dem aus Spielern eine Gemeinschaft wurde.
Und natürlich darf zu meinem Abschied eines nicht fehlen: Der Ziegelstein.
Mein persönlicher Lieblingsblock, unscheinbar für manche, unverzichtbar für mich.
Während andere vielleicht zu Diamanten, Holz, Quarz oder anderen Steinen gegriffen haben,
war es für mich der Ziegelstein, aus dem etwas Besonderes entstehen sollte.
Mit diesem Block habe ich meine Speicherstadt errichtet.
Mein Projekt was über 2 Hauptwelten bestand hatte.
Anfangs als Teil meines Grundstückes - zum Schluss ein riesiges Projekt mit vielen Nebengebäuden (dem Rathaus) aus dem Stadtbild meiner Heimat Hamburg.
Stein für Stein, Ziegel für Ziegel entstand ein so ein Stück Hamburg mitten in der Welt von Ayocraft.
Die roten Backsteinfassaden, die Gebäude und die Atmosphäre der Speicherstadt waren für mich mehr als nur ein Bauprojekt.
Sie waren ein Stück Heimat, das ich in Minecraft verewigen konnte.
Sie war Teil vieler kleiner und großer Geschichten - zum Beispiel als Zentrale für die Serverzeitung Ayo-Aktuell.
Und wenn ich heute daran denke, sehe ich nicht nur die vielen gesetzten Blöcke, sondern auch die Zeit, die Arbeit und die Freude, die darin stecken.
Meine lieben Freunde und Nachbarn Ravyn, Bowhu, Deathbelly95 waren stehts an meiner Seite und steuerten Steine und Nerven bei.
Die gemeinsamen Angelabende an den Flüssen, Fleeten und Küsten der Welten immer in der Hoffnung einen Schatz aus den Tiefen zu fischen.
Aber auch viele andere haben diese Zeit zu was besonderen gemacht.... vielleicht genau Du! Ja, du, der das ganze Geschreibsel hier liest.
Vielleicht ist genau das, was Ayocraft für mich ausgemacht haben: Man beginnt mit einzelnen Blöcken und erschafft daraus etwas, das Bestand hat. Und manchmal baut man dabei sogar mehr als nur Gebäude – man schafft Erinnerungen.
Nun steht allerdings die letzte Fahrt bevor. Ayocraft geht offline.
Zusammen mit meinem 30. Geburtstag Leuten wir das Ende meiner 20er Jahre auf Ayocraft ein.
Ein Jahrzehnt meines Lebens wo ich und die Welt sich verändert und weitergedreht hat.
Die Signale werden dann dunkel und auf den Gleisen und Eisbahnen dieser virtuellen Welt wird es still.
Das macht diesen Abschied besonders.
Denn es ist nicht einfach nur eine Pause oder ein persönlicher Aufbruch zu neuen Ufern.
Ein gemeinsamer Ort, an dem wir so viel Zeit verbracht haben, wird verschwinden.
All die Bauwerke, Wege, Bahnhöfe und Städte werden nicht mehr auf dieselbe Weise erreichbar sein.
Was wir dort geschaffen haben, bleibt vielleicht in Screenshots, Videos, Dateien und Erinnerungen erhalten – aber die Welt, wie wir sie kannten, fährt in den Sonnenuntergang zu den Sternen.
Der Server geht offline - Die Menschen bleiben.
Das ist vielleicht der wichtigste Gedanke an diesem Tag. Denn auch wenn Ayocraft als Server nicht mehr erreichbar sein wird, verschwinden damit nicht die Begegnungen, die Freundschaften und die Erinnerungen.
Die Menschen hinter den Bildschirmen bleiben.
Die Geschichten, die wir miteinander erlebt haben, bleiben.
Denn ein Streckennetz besteht nicht nur aus Gleisen und Bahnhöfen.
Es besteht aus den Verbindungen zwischen den Orten, von denen ich viele persönlich Bereist habe - mit dem Zug versteht sich.
Und genauso besteht eine Gemeinschaft nicht aus einem Server, sondern aus den Menschen, die sie zusammenhalten.
Vielleicht war Ayocraft für einige nur eine Station auf ihrer Reise.
Für andere und mich war es eine lange Hauptstrecke mit vielen Zwischenhalten seit ca. 10 Jahren.
Deshalb möchte ich mich bei allen bedanken, die Teil dieser Reise waren.
Ich wünsche allen für eure weiteren Wege stets freie Fahrt, grüne Signale und möglichst wenig Verspätung.
Der Server mag offline gehen. Unsere Erinnerungen bleiben online.
Letzte Durchsage am Bahnsteig von Ayocraft:
Sehr geehrte Fahrgäste, der Zug endet hier.
Wir bedanken uns für Ihre Mitfahrt und wünschen Ihnen für Ihre Weiterreise alles Gute.
Die Strecke wird stillgelegt – doch die Verbindungen bleiben bestehen.
Auf Wiedersehen
PS: Weine nicht, weil es vorbei ist, sondern freue dich, weil es so schön war.
Damit bleibt nur noch zu sagen: Danke, Danke, Danke ![]()