Eine Heimat muss kein Ort sein, an dem man geboren wurde oder an dem man für immer bleibt. Manchmal ist es ein Ort, an dem man abends online kommt und bekannte Namen sieht. An dem jemand fragt, wie es einem geht. An dem man gemeinsam an etwas baut, Unsinn macht, ein Event spielt oder einfach Zeit miteinander verbringt.
Vielleicht war es für manche nur ein Minecraft-Server. Für andere war es ein fester Bestandteil ihres Alltags. Für wieder andere ein Ort, an den sie sich zurückziehen konnten, wenn das Leben außerhalb des Spiels schwierig war.
Und vielleicht wussten diejenigen, die dort gemeinsam gespielt haben, manchmal gar nicht, wie viel ihnen diese scheinbar alltäglichen Momente bedeutet haben.
Man musste nicht mit jedem befreundet sein. Man musste sich nicht immer einig sein. Man musste nicht einmal besonders aktiv sein. Trotzdem konnte man Teil dieser Gemeinschaft sein.
Und wenn ich auf die mittlerweile mehr als ein Jahrzehnt zurückblicke, wird mir wieder einmal bewusst, wie viel auf Ayocraft eigentlich zusammengekommen ist.
Frühjahrs-, Sommer-, Herbst- und Winterevents, Minispiele zwischendurch, von Usern erschaffene Spiele, Grundstücke und Bauprojekte in den unterschiedlichsten Epochen, Szenarien und Welten. Stunden, die man mit Grinden verbracht hat, Projekte, an denen man gemeinsam gearbeitet hat, und unzählige Erlebnisse, die sich über die Jahre angesammelt haben.
Bei mir fing das Ganze 2013 ziemlich unspektakulär an. Online Server gesucht - Ayocraft gefunden.
Nach acht Monaten wurde ich gefragt, ob ich mich nicht langsam mal als Stammspieler bewerben möchte.
Irgendwann hieß es dann, ich solle mich doch als Supporter, später als Mod dann wieder User und aus einem kurzen Abstecher wurde eine Geschichte, die mich über ein Jahrzehnt begleiten sollte.
Was in all den Jahren alles passiert ist, braucht eine Weile, um sich wieder daran zu erinnern. Und vieles ist vermutlich längst vergessen – bis plötzlich ein Ace vorbeikommt und fragt: „Weißt du noch …?“
Mein persönlicher Dank richtet sich an all jene, die über die Jahre viel Zeit, Arbeit und Herzblut in Ayocraft gesteckt haben. Egal, ob im Staff, als freiwillige Helfer oder als User, die mit ihren Ideen, ihrer Kreativität und ihrem Engagement die Gemeinschaft bereichert haben. Jeder, der sich eingebracht hat, hat auf seine Weise dazu beigetragen, dass Ayocraft das werden konnte, was es für so viele von uns war.
Ein besonderer Dank geht dabei auch an Soul, der auch außerhalb von Minecraft vieles auf die Beine gestellt. Natürlich standen hinter vielen dieser Ideen auch zahlreiche Helfer, die sie gemeinsam in die Tat umgesetzt haben. Euch allen gilt mein Dank – auch denen, die vielleicht nicht mehr dabei sind oder die ich hier nicht namentlich erwähne, bei der Anzahl an Menschen würde ich ohnehin garantiert jemanden vergessen.
Und natürlich möchte ich auch meinen liebsten Weggefährten AceFeuerfaust, CuppaHaters und all den anderen danken, die mich über die Jahre begleitet haben. Die mich beim Angeln und Blümchenpflücken beschützt, mir in den dunklen Minen die Hand gehalten haben, wenn ich den Weg nicht mehr herausfand, Wasser auf Lava geschüttet, Löcher auf meinem Weg verfüllt, unsere Projekte unterstützt haben und und und und und
Ihr wisst hoffentlich, dass ihr gemeint seid, auch wenn ich euch nicht alle einzeln aufzähle ![]()
Und jetzt sitze ich hier, schreibe diesen Beitrag und frage mich, wie man über mehr als ein Jahrzehnt Ayocraft eigentlich angemessen Abschied nimmt.
Eine vernünftige Antwort habe ich darauf nicht. Dafür sind es zu viele Erinnerungen und zu viele Menschen.
Also lasse ich es dabei, dass ich verdammt froh bin, damals diesen Server gefunden zu haben.
Wir sehen uns im Discord.